Wir über uns

 

Ein Frauenpilgerweg entsteht

In Baden gibt es viele berühmte männliche Namensgeber für Pilgerwege. Doch wo sind die Frauen? Aus dieser Frage heraus haben wir im Reformationsjahr 2016 einen Frauenpilgerweg durch Baden entwickelt. 500 Jahre nach der Reformation soll gezeigt werden, was Frauen seit 500 Jahren zu unserer Kirche beitragen: Der Weg  hat die Frauen im Blick: Frauenbilder in Kirchen, Frauenorte in der Natur, Inhaberinnen von Firmen und Geschäften. Jedes Jahr wird seitdem eine neue Etappe eröffnet. Insgesamt werden 12 Pilgerinnenetappen konzipiert. Die ersten sechs Strecken wurden dabei von der Städteplanerin Corinna Lochmann erarbeitet.  Seit Etappe 7 ist Beate Steger für die Weiterentwicklung verantwortlich. Zu jeder Wegstrecke erscheint jeweils ein Pilgerinnenhandbuch oder ein PDF mit detaillierter Routenbeschreibung und spannenden Informationen rund um die Strecke. Und für digitale Pilgerinnen: Jede Etappe findet sich auf Outdooractive sowie in naher Zukunft auf Komoot.
 

Idee und Konzept von Pilger.Schön stammt von Kirchenrätin Anke Ruth-Klumbies. Die ehemalige Leiterin der Evangelischen Frauen in Baden (2013 – 2022) hat mit ihrer Begeisterung und ihrer Hartnäckigkeit aus einer Idee einen einmaligen Frauenpilgerweg entwickelt.
 
Im Mai 2023 starteten die Evangelischen Frauen in Württemberg das Projekt PILGER.SCHÖN, als Schwester unseres Frauenpilgerweges. Wie schön wäre es, wenn weitere Pilger.Schön-Strecken folgen würden!
Blonde Frau mit Buch in der Hand
Kirchenrätin Anke Ruth-Klumbies
 
 

Was uns inspiriert hat

Es ist schon das Wort – Pilgern. Es hört sich rund, schön und kullernd an. Lippen und Zunge braucht es zum Sprechen dieses großartigen Wortes. Im Wort schwingt etwas Geheimnisvolles. Es drängt in die Ferne und läuft um die Wette mit Schwester Sehnsucht. Und Egeria hat uns inspiriert: Sie ist eine Pilgerfrau aus dem 4. Jahrhundert. Von ihr stammt der älteste erhaltene Pilgerbericht. Von einer Frau.

 
 

Pilger.Schön

Beim Pilgern können wir die Schwere des Lebens bis in die Fußsohle hinab drücken und neue beschwingte Leichtigkeit gewinnen. Daher meinen wir: Pilgern ist schön. Aber wir finden auch: Pilgern ist ganz schön anstrengend. Aus diesen Überlegungen entstand der Name unseres Frauenpilgerweges: Pilger.Schön.

 
 

Für Theologie-Liebhaberinnen

Pilgern war und ist ein geistlich-tätiger Akt, sich die Welt friedlich im Gehen zu erschließen. Mit Blick auf die Reformationszeit bleibt jedoch festzuhalten, dass gerade Martin Luther und die Reformatoren keine gute Sicht auf die mittelalterliche Praxis des Pilgerns hatten. Die Nähe zu Ablasswesen und Aberglaube brachte das Pilgern in den Verruf der Werkgerechtigkeit. Besonders gegen das Berufspilgern wandte sich Luther und verurteilte die Praxis scharf, wonach reiche Menschen sich Pilgerwege erkauften, indem sie Berufspilger für sich pilgern ließen. Um Gott zu finden, muss man nicht nach Santiago laufen: Ihn „findest du in der Tiefe deines Herzens und in deinem Glauben und seist du noch so lahm und an Haus und Hof gefesselt“. Heute gilt es, das milieuübergreifende, gemeinschafts- und generationenverbindende und auch konfessionsverbindende Element des Pilgerns neu zu entdecken.

 
 

Das sind die Evangelischen Frauen

Als Evangelische Frauen in Baden blicken wir auf eine über 100jährige Geschichte zurück. Ehrenamtlich wie hauptamtlich tätige Frauen haben sich mutig  engagiert und  sind beharrlich für die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche eingetreten. Viele Frauen engagieren sich bis heute mit neuen Ideen für Kirche und Gesellschaft. Die befreiende Botschaft des Evangeliums ermutigt uns nach wie vor, ungewöhnliche Wege zu denken und zu gehen. Soziales Engagement, Bildungsarbeit und gelebte Spiritualität sind zentrale Arbeitsfelder unseres evangelischen Frauenengagements.

Zur Homepage der Evangelischen Frauen in Baden: www.evangelische-frauen-baden.de

Der Newsletter der Evangelischen Frauen in Baden informiert auch über Pilger.Schön. Sie können ihn hier bestellen.